Der Mensch, und Krankheit beim Menschen, kann nur verstanden werden, wenn wir uns für systemische Betrachtungsweisen öffnen und erkennen, dass Gesundheitsstörungen immer den ganzen Organismus und niemals nur einzelne Teile dieses Systems betreffen. Wenn es im Körper eines Menschen, an einer bestimmten Stelle, letztendlich zum Zusammenbruch der Regulationsfähigkeit und damit zum Ausbruch einer Krankheit kommt, lässt sich dies nur verstehen und korrigieren, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf den dazugehörigen Vorlauf, die spezifischen Lebensumstände, Gewohnheiten, und vor allem die psychischen Strukturen des Patienten/Klienten richten. Wir betreiben Psychohygiene also nicht nur um das subjektive Wohlbefinden des Klienten zu verbessern, sondern vor allem um Gesundheitsvorsorge zu betreiben.
Die Regulationsmedizin ist ein Teilbereich der Medizin, der mit der dem Organismus eigenen Möglichkeit zur Autoregulation arbeitet. In diesem Zusammenhang bedeutet Regulationsfähigkeit, die Fähigkeit des Körpers auf Reize von aussen oder innen mit einem entsprechendem Ausbalancieren zu reagieren. Der regulationsmedizinische Ansatz besteht darin, Ursachen, die Funktionsstörungen und Fehlregulationen zugrunde liegen, zu erkennen, und diese Störungen zu beheben oder zumindest positiv zu beeinflussen.
Regulationsdiagnose:
Die folgenden drei Zitate können Ihnen eine recht eindrückliche Vorstellung davon geben worum es bei der Regulationsdiagnostik nach Prof. Dr. Fritz Albert Popp geht.
"Das Leben scheint ein geordnetes und gesetzmäßiges Verhalten der Materie zu sein, dass nicht ausschließlich auf ihrer Tendenz, aus Ordnung in Unordnung überzugehen, beruht, sondern zum Teil auf einer bestehenden Ordnung, die aufrechterhalten bleibt."
(Erwin Schrödinger, Was ist Leben, S. 112)
"Der Kunstgriff, mittels dessen ein Organismus sich stationär auf einer ziemlich hohen Ordnungsstufe (einer ziemlich niedrigen Entropiestufe) hält, besteht in Wirklichkeit aus einem fortwährenden >Aufsaugen< von Ordnung aus seiner Umwelt."
(ebenda, S.129)
"Die elektrische Leitfähigkeit an der Körperoberfläche ist abhängig vom elektrischen Feld, von Interferenzmustern und somit von der Kohärenz, vom Grad der Ordnung, bzw. negativer Entropie, im inneren des Körpers."
(Marco Bischof, Biophotonen-das Licht in unseren Zellen)
Der letzte Satz deutet bereits an welche Möglichkeit sich bietet, uns ein Bild von dieser "Ordnung" in unserem Inneren zu machen. Die physiologischen und psychologischen Zustände unseres Organismus spiegeln sich in Hautleitfähigkeitswerten an der Körperoberfläche wieder!
Wenn unser Körper ein Symptom entwickelt, wir also krank werden, lässt sich dies auf Störung eines, dem entsprechendem Funktionskreis übergeordneten, Regulationssystems zurückführen. Ein gesunder, auf Störgrößen gut reagierender, aktiv regulierender Organismus baut eine, zwar nicht statische aber dafür umso stabilere, Ordnung auf. Diese Ordnung spiegelt sich in der Unsymmetrie der Häufigkeitsverteilungen von biologischen Befunden wieder. Die Regulationsdiagnostik nutzt die Tatsache, dass Häufigkeitsverteilungen physiologischer Parameter, in unserem Fall Hautwiderstandswerte, in einem lebenden Organismus von der reinen Zufallsverteilung abweichen, da im menschlichen Körper Struktur bildende, ordnende, Kräfte wirken. Verliert der Organismus seine Ordnung, findet eine Entkoppelung statt, so verändern sich die Häufigkeitsverteilungen der gemessenen Werte. Ein absoluter Zusammenbruch der Regulation würde zu einer reinen Zufallsverteilung der Messwerte führen, bzw. sich dieser annähern. Diese rein zufällige Verteilung wäre einer der beiden denkbaren Extremfälle, eine absolut chaotische Regulation, und damit in Zusammenhang zu bringen eine Neigung zu Tumorerkrankungen. Andererseits ist aber auch eine Erstarrung des Systems denkbar. In diesem Falle werden nur noch einige wenige Leitfähigkeitswerte sehr häufig gemessen, die Schiefe der Funktion steigt sehr stark an, dies lässt sich bei Erkrankungen des sklerotischen Formenkreises beobachten, der Körper geht in einen kristallartigen Zustand über. Eine statistische Analyse der Häufigkeitsverteilungen der Hautwiderstände erlaubt also Aussagen über den momentanen Zustand des Regulationssystems, über den Organisationsgrad im lebenden Organismus, und somit über den Gesundheitszustand des Probanden.
Wir messen ausreichend viele Werte und analysieren diese. Benutzt wird dazu ein spezielles Messgerät sowie eine Software, welche von den Forschern des Internationalen Institutes für Biophysik in Neuss eben zu diesem Zweck entwickelt wurde.
Der Vorteil der Regulationsdiagnose besteht darin, dass der Gesundheitszustand des Patienten in ganzheitlicher Art und Weise überprüft werden kann. Wir können erfahren ob das "System Mensch" noch genügend Energie bereitstellt um zu regulieren, und ob die verfügbare Energie optimal kanalisiert wird.
Da Einflüsse wie Wetter, Tageszeit, und psychische Verfassung nicht standardisiert werden können, sollten diese Messungen wiederholt werden um ein für den jeweiligen Klienten spezifisches Regulationsprofil zu erstellen. Dann lässt sich diese Methode jedoch hervorragend dazu benutzen um einen Erfolg oder eventuellen Misserfolg jedweder angewendeter Therapie zu dokumentieren und zu kontrollieren. Wir benötigen für eine Messung in etwa 20 Minuten, da um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten an beiden Händen insgesamt 1000 Messwerte abgegriffen werden. Die Regulationsdiagnose diagnostiziert keine Krankheiten. Es ergeben sich allerdings Hinweise auf bestimmte Anfälligkeiten, oder Erkrankungen, aus den Verteilungsmustern und einem Vergleich des Regulationsprofiles mit den Messwerten einer repräsentativen Menge anderer Probanden und einer darauf aufbauenden Faktorenanalyse.
Eine gründliche, ihrem speziellen Beschwerdebild entsprechende Differentialdiagnose wird in unserer Praxis selbstverständlich weiterhin durchgeführt werden. Die Regulationsdiagnostik gibt uns aber, durch zusätzliche Informationen, in Kombination mit dieser ein umfassenderes Verständnis vom Gesundheitszustand des Patienten. Sie ermöglicht uns eine ganzheitliche Betrachtungsweise. Sie bietet uns unter anderem folgende Möglichkeiten:
1) Der Gesundheitszustand des Klienten kann auf ganzheitliche Art und Weise überprüft werden.
2) Natürliche Schwankungen können erkannt, und das Wissen darum in unsere Bemühungen einbezogen, werden.
3) Es kann erkannt werden ob eine Neigung zu degenerativen oder sklerotischen Erkrankungen vorliegt.
4) Der Verlauf einer angewendeten Therapie kann kontrolliert und gegebenenfalls optimiert werden.
5) Das vorhandene Selbstheilungspotential, die Fähigkeit zur Regulation, kann eingeschätzt werden.
6) Wir erfahren ob der Körper genügend Energie bereitstellt, und wie sie kanalisiert, wird.